Montag, 28. Februar 2011

Sailfish Magic...Ein Jäger mit der Schönheit eines Schmetterlings

Reinhard Dirscherl Award Foto für mare

Während ich mich vor ein paar Tagen durch Fotos des diesjährigen World Press Photo Awards scrollte, fand ich obiges Foto von Reinhard Dirscherl , das den 2. Preis in der Kategorie Natur gewann. Es zeigt Sailfische aus dem Atlantik vor Yucatan in Mexiko bei einem Angriff auf Sardinen. Da Sailfisch hier im Indischen Ozean auch sehr verbreitet ist, bekam ich Lust nach mehr Fotos zu schauen, die diesen außergewöhnlichen Fisch bei seiner 'Arbeit' zeigen...

Übrigens: DNA-Tests haben mittlerweile gezeigt, dass sowohl der atlantische wie der indo-pazifische Vertreter des Sailfischs genetisch identisch, also eine Spezies - Istiophorus platypterus - sind.

While I was scrolling myself recently through photos of the latest World Press Photo Award, I found this photo on top of Reinhard Dirscherl who came out second in the category Nature, showing Atlantic Sailfish attacking Spanish sardines, off Yucatan Peninsula, Mexico. As we have lots of sailfish too here in the Indian Ocean I got hooked and looked for more pics...

Just for the records: "Until recently, sailfish were classified as two species, Indo-Pacific sailfish, Istiophorus platypterus, and Atlantic sailfish, Istiophorus albicans, but genetic studies show that they are all one species, Istiophorus platypterus." (source)

photo
: Life on the Edge

Doch zuerst mal die ganz kleinen...Es ist "bekannt, dass der Segelfisch Schwarmfische wie Sardinen oder Makrelen frisst und sich zwischen Frühjahr und Herbst fortpflanzt, indem das Weibchen Abertausende millimetergroße Eier ins Wasser gibt, die dann von den Männchen befruchtet werden. Die daraus schlüpfenden, zunächst stachelbewehrten Larven wachsen im ersten Jahr explosionsartig, „auf einen Meter und mehr" (Quelle:mare).-

But for starters first some juvenile sailfish...It is known that sailfish goes for schools of sardines and mackarel, and that they reproduce between spring and autumn, the female leaves thousands of millimeter-sized eggs in the sea, which will then be fertilized by the males. The developing offspring, barbed larvae, grows during the first year explosion like up to one meter and more.

Pacific Sailfish

Wegen seines spektakulär schönen Segels und seiner Farbenpracht nennt Dirk ihn seit wir hier sind auch den "Schmetterling des Meeres". Sailfische haben interessante und oft auch noch in ihrer Bedeutung unerforschte Rituale, so "treiben sie dicht unter der Meeresoberfläche und klappen ihre Rückenflosse auf, sodass diese aus dem Wasser in die Luft ragt. Manche Beobachter vermuten, dass sich der Fisch bei günstigem Wind energiesparend fortbewegt, ihm seine Flosse also buchstäblich als Segel dient. Andere glauben, dass er sich wärmt, indem er Sonnenlicht absorbiert."

Ever since we have been here for fishing, Dirk has called them the "butterfly of the sea" because of its spectacular beautiful sail and its colours." Sailfish show curious and -concerning their significance- still unexplored rituals. Observed in the sail fish again and again is their floating just below the sea surface, flipping on their dorsal fin, so that it protrudes from the water into the air. Some observers suspect that the fish simply moves energy-saving at a fair wind, as its fin seems to become then even literally a sail. Others believe that it is warming by absorbing sunlight.

Jumping Sailfish, off Isla Mujeres, Mexico - Der Traum eines jeden Sportanglers/photo source

Bei dem Segel "handelt es sich um eine überdimensionierte Flosse, die am Nacken des Tieres beginnt und sich gewellt über den Rücken fortsetzt, wobei sie bei manchen Fischen so breit wird, dass sie größer ist als der Rumpf unter ihr. Der Segelfisch kann diese Flosse nach Belieben einklappen; sie verschwindet dann in einer Furche auf der Oberseite des Körpers. Übrig bleibt in solchen Momenten ein torpedoschlanker Leib, der Segelfische zu den schnellsten Geschöpfen der Meere macht. Ein Mensch schwimmt maximal acht Kilometer in der Stunde, ein Eisbär 10, ein Großer Tümmler 27, ein Barrakuda 43, ein Killerwal 55. Ein Segelfisch, vor allem, wenn er zwischendurch aus dem Wasser springt, schafft bis zu 110 Kilometer in der Stunde." (Quelle:mare)

As to the sail after which it is named, it is an oversized fin that begins at the neck of the animal and continues to curl over the back. In some fish it is so wide that it is larger than the trunk below it. The sailfish can fold these fins as desired, then it disappears in a groove of the upper side of the body. What is left in such moments is a torpedo slender body that makes the fastest fish of all sea creatures. A man swims up to eight km an hour, a polar bear 10, a bottlenose dolphin 27, a barracuda, 43, an orca whale 55 km - a sail fish, especially when it jumps out of the water in between, is able to speed up to 110 km an hour.

Reinhard Dirscherl für mare

Und dann die Farben. "Normalerweise ist ein Segelfisch bläulich-grau mit einem silbrig-weißen Bauch. Wie polierte Schwerter funkeln ihre schlanken Leiber, wenn sie aus dem Meer springen, hat ein Augenzeuge einmal geschrieben. Doch ist der Fisch aufgeregt oder gestresst, wechselt er blitzschnell seine Tönung, bekommt etwa lila Punkte oder kräftige blaue Streifen oder verfärbt sich rot. ... Verantwortlich für das Farbenspiel sind Zellen, die in der obersten Hautschicht des Fisches liegen. Diese sogenannten Melanophoren enthalten dunkle Pigmente, die sich zusammenziehen können und so den Blick auf darunterliegende Zellen freigeben. In diesen sitzen winzige Kristalle, die Lichtwellen reflektieren. Weil sich die Lichtwellen teilweise überlagern, beginnt der Fisch in unterschiedlichen Farben zu funkeln. „Das Tier steuert das Zusammenziehen der Pigmente durch sein Nervensystem, vermutlich spielen Hormone wie Adrenalin dabei eine Rolle". (Quelle:mare)-

And then there are the colors. Normally, a sailfish is of bluish-gray and silvery colour with a white-belly. Like polished swords their slender bodies sparkle, when they jump out of the sea, an eyewitness has written once. But when the fish is excited or stressed, it changes his tone quickly, getting some purple dots or bright blue stripes or red discoloration.Responsible for the colors are cells located in the top layer of the skin of the fish. These so-called melanophores contain dark pigments that can be contracted and thus allow the view of underlying cells which are fitted with tiny crystals that reflect light waves. Because the light waves overlap in part, the fish begins to sparkle in different colors. "The animal controls the contraction of the pigments by its nervous system, probably hormones such as adrenaline plays a role in it too."

Lt. BBC leuchten die Streifen des Sailfischs bei der Jagd, zum einen um die Beutefische zu verunsichern und zum anderen um ihren Jagdkollegen zu signalisieren was sie vorhaben. -

The Sailfish’s blue stripes light up when the Sailfish hunts, confusing their prey and letting their fellow hunters know what they’re doing
.

Paul Nicklen / National Geographic

Wie man bereits auf einigen Fotos unschwer bemerken kann, jagen Sailfische in Gruppen. Der v.a. mit seinen Eisbärfotos bekanntgewordene Wildlife-Fotograf Paul Nicklen, von dem 2008 ebenfalls eine sensationelle Fotoserie zu Sailfischen bei National Geographic zu finden ist, schreibt, dass Sailfische kooperieren wie man es von Wolfsrudeln kennt. Ihr Ziel ist es ihre Beute zu isolieren und auseinanderzutreiben.

As to the hunting one can see that Sailfish like to hunt in groups. Paul Nicklen, well known for his polar bear wild life photos, and whose sensational sailfish photos have been published at National Geographic in 2008, describes their behaviour as "cooperating similar to wolves" in order to isolate their prey into smaller clusters.

Reinhard Dirscherl für mare

Sardinen suchen Sicherheit in "Riesengruppen"....- Sardines seek safety in numbers....

Sailfish attack off South Africa/photo found here

Doch einmal aufgescheucht und isoliert...- Once shooed around and isolated...

Hunting Sailfish off Mexico by Stuart Westmorland, winner of the International Conservation Photo Award 2010 (courtesy ICPA)

...haben sie keine Chance. Sie werden von den Sailfischen im wahrsten Sinne des Wortes aufgespießt, abgeschüttelt und dann gefressen. So sicher man sich ist, dass das 'Segel' wie auch das Farbspiel beim Jagen eingesetzt werden, so wenig weiß man nach wie vor, ob und inwiefern diese Komponenten auch bei der Partnerwahl eine Rolle spielen. Da man Sailfische nicht in 'beobachtbaren Räumen' züchten kann, ist ihr Verhaltensspektrum nach wie vor in vielen Punkten rätselhaft. So weiß man immer noch nicht genau, wohin sie ziehen, wenn sie sich nicht vor den Küsten aufhalten, und auch nicht, ob sie dabei festen Routen folgen.

....they do not have any chance to survive. The sailfish stab them with their spears, shake them off and consume them. Although it seems proven that sailfish make use of their sails and colours during a hunt, a lot of other behaviours remain still a mystery. As one can't observe them in an aquarium, marine scientists still do not know much about the way they choose their partners, mating rituals (will they use then their colour too?) or about where they migrate to when they are not close to a coast and to which extent they follow fixed migration routes.

Und hier der Buch-Klassiker zum Sailfish - Jim Bob Tinsley : The Sailfish: Swashbuckler of the Open Seas von 1964, swashbuckler kann mit Abenteurer übersetzt werden.

Sources & (more) photos:

- World Press Photo Award 2011/ Metro UK February 2011
- Fisch auf Speed/ mare Dezember 2010 mit Fotos von Reinhard Dirschel
-
2010 International Conservation Photography Award/National Geographic 12.07.2010
-
Paul Nicklen Sailfish photo gallery / National Geographic March 2008
- Exploring Deep Ocean Habitats/Life2005 on the Edge
- Top Ten Colourful Animals/BBC Earth 17.09.2010
- Sailfish/National Geographic Geopedia 08.09.2008

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen