Heute vor einem Monat mussten wir Molly gehen lassen. Fast 13 Jahre war
sie unsere Begleiterin, entzückend und lieblich vom ersten Tag an, den
sie bei uns war.-
30 Tage ohne sie sind 30 Tage ohne ihre kühle Schnauze,
mit der sie uns immer anstupste um uns mitzuteilen, dass sie dran war
mit Fressen, mit Rausgehen, mit Gestreichelt werden, mit Spielen. Es
sind 30 Tage ohne ihre wissenden Augen, mit denen sie uns anblickte,
wenn wir es gerade brauchten, um uns von kleinen und großen Ärgernissen
nicht überrollen zu lassen. 30 Tage ohne ihre unbändige Freude, wenn wir
wieder nach Hause kamen. Es sind 30 Tage, ohne ihre charmante und
vorwitzige Art, uns dazu zu bringen ihr im Haus hinterherzurennen um sie
zu fangen, was immer damit endete, dass sie aufs Bett sprang um sich in
einem Affentempo um sich selbst zu drehen bis hopps, sie wieder
runtersprang um das Fang-mich-doch Spiel weiterzuspielen. -
30 days without her is 30 days without her cool snout, with which
she always nudged us to let us know that it was her turn to eat, to go
out, to be petted, to play. It's been 30 days without her knowing eyes,
with which she looked at us when we needed it to avoid being overwhelmed
by small and larger annoyances. 30 days without her unbridled joy when
we got home. It's 30 days without her charming and cheeky way of getting
us to run around the house to catch her, which always ended with her
jumping onto the bed spinning around at breakneck speed until, hopps,
she again jumped down to continue playing the catch-me-if-you-can game.


First day with us...- 30.09.2009

Am 6. November 2009, Molly auf ihrem Weg zum Strand... -
"... busy getting to the beach...!"

Die letzten Monate ihres Lebens schaffte sie es nicht mehr aufs Bett. Ihr Tumor war so groß geworden, dass sie das Springen von sich aus einstellte. Wir wussten, dass damit auch eine Wende eingetreten war. Dass wir uns innerlich vorbereiten mussten, sie vielleicht nicht mehr lange um uns zu haben. Wir fühlten es, sprachen lange aber nicht darüber. Bis dann der Tumor sich auch ausbreitete, erste Stellen begannen sich zu öffnen. Sie tropfte und war immer beschäftigt, sich sauber zu halten, sie ließ uns nicht an ihre Wunden. Ansonsten blieb sie so, wie sie immer war, an unserer Seite, mit Appetit bis zum Schluss. Sie schien schmerzfrei zu sein, das schob die Entscheidung hinaus. Sie lief immer noch hinter den Katzen her, bellte, wenn die anderen Hunde bellten, zog sich aber tagsüber fast unmerklich mehr zurück um zu ruhen. Und sie trank große Mengen Wasser, oft ein Zeichen von Krankheit oder Schmerz. Ostern war dann die rote Linie erreicht. Die offenen Stellen begannen zu müffeln, das Tropfen wurde mehr. Wir wollten nicht, dass es zu dem Punkt kommt, wo Infektionen ihr das Leben schwer machten, Schmerzen unausweichlich waren und Aktivitäten fast nicht mehr möglich.
In the last months of her life she couldn't get on to the bed. Her tumor had grown so large that she stopped jumping on her own. We knew that this was also a turning point, that we had to prepare ourselves internally, that maybe we wouldn't have her around for much longer. We felt it, but didn't talk about it for some time. Until when the tumor spread, and the first spots began to open. She was dripping and always busy keeping herself clean, she wouldn't let us touch and treat her wounds. Otherwise she stayed the way she always was, at our side, with quite an appetite until the end. She appeared to be pain free, which put off the decision. She still ran after the cats, barked when the other dogs barked, but subtly withdrew more during the day to rest. At Easter the red line was reached. The open spots began to smell, the dripping increased. We didn't want it to get to the point where infections would make life even more difficult for her, when pain would be inevitable and activity almost impossible.

06.09.2015

Die wenigen verbleibenden Tage bis zu dem Samstag, an dem die Tierärztin mit der Injektion kam, waren bitter-süß und zerrten an uns. Ich fragte mich immer wieder, ob es nicht doch zu früh sei, da sie so konsequent an unserer Seite blieb, immer neugierig war, was es zu Fressen gab, so als wollte sie uns sagen, keine Sorge, ich bleibe bei euch. Ich glaube, sie kannte uns gut, und fühlte, dass wir ein Problem hatten. Als der Samstag kam, war ich ziemlich aufgeweicht, versuchte so gut es ging, letzte Momente von Normalität für Molly herzustellen. Dirk, der wusste, dass er den Augenblick der Injektion, den letzten Blick aus ihren Augen, nicht aushalten würde können, ging auf einen anderweitig zehrenden Inselmarsch. Mit der Tierärztin hatte ich über meine Einschätzung gesprochen, dass Molly sich wahrscheinlich wehren würde, wenn sie mit der Spritze kam, so wie es früher tat, wenn sie geimpft werden sollte, und dass ich nicht wollte, dass sie am Schluss noch kämpfen müsse. Sie riet mir dazu, Molly eine Stunde bevor sie kommen würde, ein Beruhigungsmittel zu geben. Das war hilfreich, auch wenn mir das Herz dabei fast brach, Molly dabei zuzusehen, selbst gegen die Wirkung des Beruhigungsmittels angehen zu wollen, sobald es seine Wirkung entfaltete. Sie lief noch in den Garten, ein letztes mal Pipi machen, dann zum Tor, als hielte sie Ausschau nach Dirk oder den Hühnern, die auch gerade da waren. Dann suchte sie sich einen Platz mit wärmenden Sonnenstrahlen. Selbst dort blieb sie nicht. Ihre Beine gaben zwar nach, aber sie schaffte es noch ein letztes Mal bis unter den Tisch um mich anzusehen, um dann, als die Tierärztin kam, sogar noch einmal mit Schwanzwedeln auf sie zuzugehen.-
The
few days left until the Saturday when the vet came with the injection
were bittersweet and tugging at us. I kept wondering if it wasn't too
early after all, since she stayed so consistently by our side, always
curious about what was to eat, as if to tell us don't worry, I'll stay
with you. I think she knew us well and felt we had a problem. By the
time Saturday came I was quite softened, trying as best I could to
create last moments of normalility for Molly. Dirk, knowing he couldn't
stand the moment of the injection, the last glimpse out of her eyes,
went on an otherwise draining island trek. I had spoken to the vet about
my assessment that Molly would probably fight back if she came with the
shot, as she used to do if she was going to be vaccinated, and that I
didn't want her to end up fighting. She advised me to give Molly a
sedative an hour before she was due to come. That was helpful, although
it broke my heart to watch Molly try to counteract the effects of the
tranquilizer herself once it started to take effect. She ran into the
garden, peeing one last time, then to the gate, as if she were looking
out for Dirk or the chickens, who were also there at the time. Then she
looked for a place with warming rays of sunshine. Even there she did not
stay. Her legs gave out, but she made it under the table one last time
to look at me, and then when the vet came up to her again, tail
wagging.

An older photo... when she was looking for Dirk or the chicken....
Es ging dann ganz schnell. Wir entschieden, sie nicht höher zu lagern, ich hielt sie einfach sanft fest, mehr war nicht mehr nötig. Die Spritze und dann war es das auch schon. Kein Kampf, kein Zittern. Das Präparat wirkte sofort. Ich hatte dies zuvor bereits einmal miterlebt bei einem Hund von Paul und war darauf vorbereitet. So wie sie nach ihrem allerletzten Atemzug aussah, möchte ich annehmen, dass sie Frieden finden wird. Sie war schöner denn je, und strahlte Friedlichkeit aus, während nun bei mir alle Dämme brachen.-
Then
it happened very quickly. We decided not to store her higher, I just
held her gently, nothing more was needed. The syringe and that was it.
No struggle, no shaking. The preparation worked immediately. I had
witnessed this before with one of Paul's dogs and was prepared for it.
From the way she looked after her very last breath, I would like to
assume that she would find peace. She was more beautiful than ever, and
radiated peacefulness, while now all dams broke for me.
After her last breath...I was not sure if to show this picture, but the peacefulness had something comforting which in the end I wanted to share...
Ich hatte dafür gesorgt, dass Molly schnell unter den Bananen begraben würde, auch um Dirk zu ersparen, Molly tot zu sehen, er hatte sie so in Erinnerung behalten wollen, wie sie im Leben war. Selbst stark angeschlagen mit seinem Herzen, und nicht mehr gewöhnt weite Strecken zu laufen oder tiefe Löcher zu graben, hatte er sich bei seinem Marsch übernommen. Mit einer Flasche Wasser holte ich ihn ab und wir liefen dann im Schneckentempo gemeinsam nach Hause, was irgendwie stimmig war. Bin ich 2008 nach Simbas plötzlichem Tod aus dem Weinen und Trauern fast ein ganzes Jahr nicht herausgekommen, so war es jetzt mit Molly eine andere Art des Trauerns. Ein wenig stiller, ein wenig einsamer, aber auch ein wenig erwachsener, da wir vorbereitet waren.
I had made sure that Molly was quickly buried under the bananas, also to save Dirk from seeing Molly dead, he had wanted to remember her as she was in life. Despite his severely compromised heart condition, and no longer used to walking long distances or digging deep holes, he had exhausted himself on his march. I picked him up with a bottle of water and we walked home together at a snail's pace, which somehow made sense. In 2008, after Simba's sudden death, I couldn't get out of crying and mourning for almost a year, now it was a different kind of mourning with Molly. A little quieter, a little more lonely, but also a little more grown-up because we were prepared.

Dass
sie uns fehlt, braucht keine sonderliche Erwähnung. Vermissen tun wir
sie jeden Tag. Weniger die Katzen, die haben sich gleich nach Mollys Tod
angewöhnt, ihr Terrain in Beschlag zu nehmen, manchmal gleich bis ins
Haus, wo sie sich nachts einfach einen ruhigen, warmen Platz suchen. Wir
mögen das und lassen sie gewähren. Alleine werden wir nicht bleiben.
It goes without saying that we miss her. We miss her every day. Not
so the cats, they got into the habit of taking over their territory
immediately after Molly's death, sometimes right into the house, where
they simply looked for a quiet, warm place at night. We like that and let them have their way. We won't stay alone.
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