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Sonntag, 11. März 2012

Zwischen Himmel und Erde..."The Lovely Bones"

"Der Horror auf der Erde ist real und es gibt ihn jeden Tag.
Er verlässt dich nie. Du lebst in dem Gesicht von ihm."


"Horror on earth is real and it is everyday.
It never leaves you. You live in the face of it."


It is the story of a teenage girl who, after being raped and murdered, watches from her personal Heaven as her family and friends struggle to move on with their lives while she comes to terms with her own death.

Ich glaube, es gehörte zu den Büchern, die ich im Juni letzten Jahres von einem deutschen Seglerehepaar bekam und das ich nach kurzem Überfliegen der ersten Seite gleich in die letzte Ecke des Schranks verbannte, in dem ich alles horte, was wieder weg kann. Ganz sicher hatte ich keine Lust mich mit dem gewaltsamen Tod eines 14 jährigen Mädchens auseinanderzusetzen, von einem Nachbarn vergewaltigt und danach ermordet, noch mit der Verzweiflung ihrer Familie, die lernen musste irgendwie mit dem Verlust, dem Schmerz umzugehen. Schon wieder Abschied und Trauer, dachte ich, und nach den vielen so schwer fassbaren Todesereignissen im März letzten Jahres, wenn auch zumeist weit weg von mir,  hatte ich auch sonst keinerlei Ambitionen, mir zudem Stimmen aus dem Jenseits anzuhören...Wie auch immer, an einem der letzten Wochenenden fiel es mir wieder vor die Füße und diesmal stellte ich es nicht wieder weg... -

I think it belonged to the books that I received in June last year by a couple of German sailors, banishing it, after having browsed quickly through the first pages, into the last corner of the cabinet, where I dispose of everything which I don't want to keep. I certainly did not want to deal with the violent death of a 14-year-old girl, raped and murdered by a neighbor, I certainly did not want to face the desperation of her family who had to learn somehow to struggle with the loss, to deal with the pain. Again grief and farewell, I thought, and after the death of many so-elusive events in March last year, though most of them far away from me, I had no ambitions at all to also listen to voices from the beyond... However, on one of the last week-ends I stumbled over it again, and this time I did not put it away...-

 "In meinem Himmel" is the title of the German edition

"Mein Name war Salmon (Lachs), wie der Fisch; Vorname, Susie Ich war vierzehn, als ich am 6. Dezember 1973 ermordet wurde Mein Mörder war ein Mann aus unserer Nachbarschaft Meine Mutter mochte seine Blumen, und mein Vater sprach mit ihm einmal über Dünger. "
Das ist Susie Salmon und sie erzählt uns die Geschichte ihres Todes, die unmittelbaren Umstände sowie die Ereignisse danach von ihrem Platz im Himmel aus, ihrem persönlichen Himmel, von wo aus sie ihre Familie und Freunde über Jahre beobachtet und begleitet.


'Während sie zusieht, beginnt sie ihre Familie in einer Weise zu verstehen, die nicht möglich gewesen wäre, wenn sie am Leben geblieben wäre, und sie werden erst dann frei, als Susie selbst "die Erde" losgelassen hat". Es ist ein atemberaubend trauriger Roman - und doch ist es auch, wie Michiko Kakutani in der New York Times sagt,  "eine tief  erschütternde Meditation über die Wege, auf denen schrecklicher Schmerz und Verlust gelöst werden kann - langsam, widerwillig und in Fragmenten - durch Liebe und Akzeptanz.'


"Das waren The Lovely Bones, die um meine Abwesenheit herum gewachsen waren: Die Verbindungen, manchmal schwach, manchmal unter großem Mühen gemacht, aber oft wunderbar - all das passierte, nachdem ich weg war. Und ich begann, Dinge in einer Weise zu sehen, die mich die Welt halten lässt, sie ohne mich in ihr zu sehen. Die Ereignisse , die mein Tod brachte, waren lediglich die Knochen eines Körpers, der ganz werden würde, an irgendeinem unvorhersehbaren Zeitpunkt in der Zukunft. Der Preis für das, was ich als diesen wundersam leblosen Körper zu sehen bekam war mein Leben. "

"My name was Salmon, like the fish; first name, Susie. I was fourteen when I was murdered on December 6, 1973. My murderer was a man from our neighborhood. My mother liked his border flowers, and my father talked to him once about fertilizer."
This is Susie Salmon.And she tells us her story about and around her death from her place in heaven, her personal Heaven from where she watches her family and peers.


"As she watches, she begins to understand her family in ways that would not have been possible if she'd stayed living; and they become free only when Susie herself has "given up on earth". It is a stunningly sad novel - and yet it is also, said Michiko Kakutani in the New York Times, "a deeply affecting meditation on the ways in which terrible pain and loss can be redeemed - slowly, grudgingly and in fragments - through love and acceptance."(source)
"These were the lovely bones that had grown around my absence: the connections—sometimes tenuous, sometimes made at great cost, but often magnificent—that happened after I was gone. And I began to see things in a way that let me hold the world without me in it. The events my death brought were merely the bones of a body that would become whole at some unpredictable time in the future. The price of what I came to see as this miraculous lifeless body had been my life."

The author Alice Sebold

Sebold sagt, dass viele der Menschen, die ihre Lesungen besuchen, jemandem nahestanden, der getötet wurde. "Sie sind fasziniert von der Idee, dass, wenn die Toten mit den Lebenden fertig sind, die Lebenden sich mit anderen Dingen auseinandersetzen können". Sie hören in der Regel die umgekehrte Vorstellung, dass es die Hinterbliebenen sind, die die Toten zu gehen lassen haben. Ich denke, es entspricht ihrer Erfahrung, dass es zu einem bestimmten Punkt Befreiung gegeben hat, und sie sind nie ganz sicher, warum. Es ist der Gedanke, dass es vielleicht eine wechselseitige Beziehung zwischen den Lebenden und den Toten gibt. Zudem gibt es in Amerika ständig Anleitungen, wie Dinge zu tun sind - auch wie man zu trauern hat, was richtig und was falsch ist - die ich sehr beängstigend empfinde. Die Vorstellung, dass Trauer ein organischer und fließender Prozess ist, ist attraktiv, wenn man jemanden verloren hat. Trauer muss keine beängstigende Sache sein."-

Sebold says that many of the people who come to her readings have had someone close to them killed. "They are fascinated by the idea that when the dead are done with the living, the living can go on to other things," she says. "You usually hear the reverse idea, that the bereaved have to let go of the dead. I think it speaks to their experience, that some release has come to them at some point and they're never exactly sure why. The idea that it is, perhaps, a reciprocal relationship between the living and the dead. Also in America there's so much instruction on how to do things - how to grieve, rights and wrongs - which is very scary to me. So I think the idea that grief is organic and fluid is attractive if you've lost somebody. Grief doesn't need to be a scary thing." (source)


Not only that I didn't know anything about the success of the book, I hadn't even heard about the movie which is also said to be good and very intense...
Source und Review  (dt)

Und was Susie's Himmel angeht:
"Ich möchte Ihnen sagen, dass es schön ist hier, dass ich sicher bin, so wie Sie auch eines Tages für immer sicher sein werden. Aber in diesem Himmel geht es nicht um Sicherheit, genausowenig wie es in seiner Güte nicht um schmutzige Realität geht. Wir haben Spaß. "

And as to Susie's Heaven :
"I would like to tell you that it is beautiful here, that I am, and you will one day be, forever safe. But this heaven is not about safety just as, in its graciousness, it isn't about gritty reality. We have fun."


To all who have lost - to those on Earth and in Heaven.
Humans and Animals.



Sources:
- Above and beyond/ The Guardian 24.08.2002 (Interview with Alice Sebold)
- "The Lovely Bones" on wikipedia
- More about Alice Sebold on wikipedia dt./ engl.